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Wasserwirtschaft und Hydrologie

Der Klimawandel wirkt sich auf unterschiedliche Gewässernutzungen aus wie Trinkwasserversorgung, Bewässerung, Stromproduktion, Wärmeerzeugung und Kühlung. Mit den ansteigenden Temperaturen und der zunehmenden Verdunstung zeigt die Jahreswassermenge längerfristig einen Trend zur Abnahme. Saisonale Veränderungen zeichnen sich bei den Abflüssen ab: Im Winter fällt künftig mehr Niederschlag als Regen statt als Schnee und die winterliche Niederschlagsmenge nimmt zu. Die verschiedenen Nutzungen müssen mit fortschreitendem Klimawandel vermehrt gegeneinander abgewogen werden, weil sie teilweise an ihre Grenzen stossen und sich Nutzungskonflikte verschärfen können. Die Ökosysteme dürfen dabei nicht zusätzlich belastet werden.

Sektorziele bis 2050

  • Eine nachhaltige Brauch- und Trinkwasserversorgung ist sichergestellt.
  • Die Beeinträchtigung der Qualität von Fliess- und Oberflächengewässern sowie der Qualität und Temperatur von Grundwasser ist minimiert.
  • Datengrundlagen zum Einfluss des Klimawandels auf Gewässer werden kontinuierlich verbessert.
  • Eine wassersensible Siedlungsentwicklung, die an die Auswirkungen des Klimawandels angepasst ist, ist etabliert.

Handlungsfeld: Monitoring Gewässer

Messungen meteorologischer, chemischer und hydrologischer Parameter in Fliessgewässern, Seen und im Grundwasser helfen, den Einfluss des Klimawandels auf Gewässer zu erkennen und besser zu verstehen. Sie liefern die Grundlagen für Massnahmen zu einem nachhaltigen Umgang mit den vorhandenen Wasserressourcen und zur Anpassung an den Klimawandel. Die bestehenden Messnetze/Beobachtungen sollen weitergeführt und durch verbesserte Rechen- und Prognosemodelle weiterentwickelt werden.

Handlungsfeld: Wasserressourcenmanagement/Wasserversorgung

Mit einer vorausschauenden Bewirtschaftung der Wasserressourcen können vorübergehende Wasserknappheitssituationen, die mit dem Klimawandel häufiger werden, bewältigt und Wassernutzungskonflikte zwischen den verschiedenen Wassernutzungen vermieden werden. Ein gesamtheitliches, regionales Wassermanagement soll eine langfristige, nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen ermöglichen und Wassernachfrage auf das Angebot abstimmen. Die Resilienz der Versorgungsinfrastruktur gegenüber klimatischen Änderungen soll gestärkt werden. Verluste in der Trinkwasserinfrastruktur sollen reduziert werden und mittels einer klimaangepassten Trink- und Brauchwasserversorgungsplanung soll sichergestellt werden, dass die Brauchwassernutzung auch in schweren Mangellagen so lange wie möglich aufrechterhalten werden kann. Ergänzend dazu sollen Sensibilisierungs- und Informationsaktivitäten zuhanden der Wasserbezüger das Bewusstsein für die Begrenztheit der Wasserressourcen schärfen und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

Handlungsfeld: Siedlungsentwässerung

Der Klimawandel stellt mit zunehmenden Starkniederschlägen einerseits und Zeiten mit wenig Wasser andererseits die Siedlungsentwässerung und die Abwasserreinigung vor neue Herausforderungen. Um zu vermeiden, dass die Gewässer und Entwässerungssysteme bei Starkniederschlägen überlastet sind, soll das Regenwasser in Siedlungen versickern und zurückgehalten werden, etwa durch die Förderung einer naturverträglichen Regenwasserbewirtschaftung und eine wassersensible Ortsentwicklung. Umgekehrt soll bei Trockenheit eine optimierte und regionalisierte Abwasserreinigung sicherstellen, dass Gewässer nicht zusätzlich durch eine zu geringe Verdünnung in den Abläufen der Abwasserreinigungsanlagen belastet werden.

Handlungsfeld: Gewässerschutz und Gewässerqualität

Gewässer stehen durch anthropogene Stressfaktoren (z.B. Verbauungen, Schadstoffeinträge) unter Druck, die Folgen des Klimawandels kommen hinzu oder verstärken diese. Mit der konsequenten Umsetzung des Gewässerschutzes können die Gewässer und Wasserressourcen gegenüber den Folgen des Klimawandels widerstands- und anpassungsfähiger gemacht und vor Übernutzung besser geschützt werden. Zentrale Elemente neben der Reduktion der stofflichen Belastung der Gewässer (siehe Handlungsfeld Siedlungsentwässerung) sind die rasche Umsetzung von Revitalisierungen und von Sanierungen der Wasserkraft, eine gesetzeskonforme Festlegung und Bewirtschaftung des Gewässerraums, die Sicherung ausreichender Wassermengen in den Gewässern sowie das Ausscheiden von Schutzzonen und Zuströmbereichen von Quell- und Grundwasserfassungen.

Handlungsfeld: Grundwassertemperatur

Vor allem in urbanen Räumen können zunehmende Bodenversiegelung, thermische Nutzung des Untergrundes, Tunnelbauten und Tiefgaragen und unterirdische Wärmeverluste von Gebäuden den Untergrund zunehmend thermisch beeinträchtigen und auch die Grundwassertemperaturen erhöhen.

Der thermische Eintrag auf den Untergrund soll in der Planungs- und Baupraxis deshalb mehr Gewicht bekommen, etwa in der Prüfung von Planungsgesuchen.

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